Strade Bianche :)

Die vierte Austragung der Womens World Tour Strade Bianche auf den Schotterwegen rund um Siena war eine eiskalte Schlammschlacht!

 

Da es am Donnerstag auch in Siena stark schneite und Minustemperaturen herrschten, wurden einige Offroad-Sektoren unfahrbar aufgrund des Eises. Darum entflammte auf den Social Media sowie innerhalb der Athletenkommissionen eine rege Diskussion, das "Extreme Weather Protocol" hinzuzuziehen. Klar, es war kalt & nass, doch die Wetterprognosen für Freitag und Samstag sagten Regen und Temperaturen über dem Gefrierpunkt voraus, deshalb liessen mich solche Diskussionen auch relativ kalt und ich stellte mich auf ein kaltes, nasses und matschiges Rennen ein. 

Eigentlich waren diese sehr schwierigen Bedingungen nur zu meinem Vorteil, denn im Gegensatz zu vielen meiner Konkurrentinnen habe ich den ganzen Winter über bei Kälte, Regen und Schnee trainiert. 

 

Kurz vor unserem Start um 9 Uhr begann es dann auch stark zu regnen und so entschied ich mich, in der Regenjacke zu starten, was sich als weise Entscheidung herausstellte, denn ich hatte nie das Bedürfnis sie auszuziehen! Am Start war ich schon etwas nervös, da es mein erstes Rennen nach einer langen Trainingspause und einer 8-monatigen Rennpause war. Doch ich wusste auch, dass ich gut trainierte hatte im Winter, fühlte mich gesund und freute mich einfach, wieder am Start eines meiner absoluten Lieblingsrennen zu stehen!

Ich benötigte ein wenig Zeit um mich im Feld zurechtzufinden, was mich in ein paar heikle Situationen gebracht hat, doch physisch fühlte ich mich gut und nach der ersten Stunde waren auch die letzten Zweifel und Ängste weg.

Ich hatte richtig Spass durch den Schlamm zu fahren und auch mit der Kälte und Nässe kam ich gut zurecht.

Als es in den entscheidenden Sektor ging, war unser Team in den vordersten Positionen präsent, doch leider erwischte unsere Leaderin dann ein Loch und hatte einen Hinterraddefekt. So liess ich mich hinten an die Wagenkolonne zurückfallen um sie wieder zurück ins Feld zu fahren. Natürlich war das Rennen nun voll im Gange und das Feld teilte sich in unzählige Grüppchen. Mich hat dieser Effort dann ein paar Körner zu viel im falschen Moment gekostet, was leider "Game over" bedeutete. Doch das ist Radsport, ein Teamsport. Am Ende ging unser Team leer aus, denn das Glück lag heute nicht auf unserer Seite... 

Im Grossen und Ganzen bin ich jedoch sehr zufrieden mit meinem "Comeback" und das Gefühl war gut. Nun gilt es, den letzten Feinschliff für die ersten grossen Ziele im April zu holen. 

 

Heute morgen stand dann waschen auf dem Programm: noch nie war ich so voller Dreck! Doch der Spass war es wert!! Es war auf jeden Fall eine unvergessliche Austragung von Strade Bianche!